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Herkunft

Geboren bin ich 1972 im südthüringischen Suhl, einer Mittelstadt im Thüringer Wald. Ja, so heißen Städte bis 100.000 Einwohnern, ich habe extra nachgeschaut… In meiner Familie sind fast alle Mediziner, Ärzte und Krankenschwestern. Als gebürtiger Thüringer war meine Berufswahl im September 1989 noch von den Regeln des politischen Systems geprägt. So war der Weg zum Abi ohne einen Durchschnitt von 1,0 nur möglich, wenn man sich als Zeitsoldat verpflichtete.

Zu dieser Zeit zerlegte ich meine Zweiräder bis auf Schraubenebene und baute sie danach wieder zusammen. Meine Leidenschaft fürs Handwerkliche entschied sich also für eine Ausbildung als Werkzeugmacher im hiesigen Fahrzeug- und Jagdwaffenwerk. Vielen dürften die SIMSON Mopeds (die einzigen mit 60km/h Ausnahmegenehmigung) ein Begriff sein. Ja, die habe ich schon als Schüler in Ferienarbeit zusammengeschraubt. Im Bild nebenan ist meine Schwalbe zu sehen, die fast exakt so alt ist wie ich. Alles original authentisch. Wie bei mir.

Kommunikation

Der Sturm und Drang der Nachwendezeit wehte mir direkt ins Gesicht. Während meiner Lehrzeit wurde der Lehrplan jährlich geändert und demzufolge die Lehrzeit verlängert. Wer nicht hartnäckig war, durchhielt und auf die Zähne biss wurde vom Fluss des Lebens hin und her geworfen. Schon damals bewies ich eine höfliche Hartnäckigkeit und diese Eigenschaft schätzen viele meiner Kunden heute noch. Während der Lehre war schnell klar: Das war nicht das Ende der Fahnenstange! Also den zweiten Bildungsweg genutzt und Abi gemacht! Erwachsene MitschülerInnen und ein gemeinsames Ziel. Eine richtige Entscheidung, denn ich erlebte, was möglich ist, wenn Menschen als Gemeinschaft agieren. Diese Erfahrung und dieses Denken begleiten mich seitdem.

Von meinen Kunden erhalte ich sehr oft erstauntes Feedback, wie schnell und wie tief ich mich in ihre Organisation reindenken kann. Hier ist die Geschichte, wie der Grundstein dafür gelegt wurde. Das Ganze ist mehr als die Summe der Einzelteile. Ich wollte keine Spezialisierung, denn ich wollte die größeren Zusammenhänge noch besser verstehen. Die Möglichkeit mein Lieblings-(Abitur)fach Wirtschaft & Recht und meinen Beruf als Werkzeugmacher zu verbinden, war gefunden: das Studium des Wirtschaftsingenieurwesens. Gelerntes Handwerk mit der Freude an der (System) Theorie und Wirtschaft im Einklang. Genau mein Ding.

Meine Faszination für das Thema zwischenmenschliche Kommunikation und Konflikt wächst ständig und ist bis heute ungebrochen. Ich besuchte unzählige Seminare, Workshops und Weiterbildungen. Dies geschah neben dem Studium, während mir im Studium die Inhalte der Vorlesungen Marktsystemtheorie, Unternehmensführung und Marketing besonders gefielen. Das eine mit dem anderen verbinden, um damit auf neuartige Ideen zu kommen. Aus diesem Fundus schöpfe ich heute, um meine Kunden auf die versteckten, nicht offensichtlichen Möglichkeiten in ihrer Organisation hinzuweisen.

Perspektiven weiten

Mir macht es schon immer Freude, Organisationen zu gestalten. Und wer sein Talent mit dem Gelernten verbindet, der will natürlich auch ausprobieren. Also folgte ich meinem Impuls, als Mitglied des Ilmenauer Rotaract Clubs, einen solchen Club auch in meiner Heimatstadt zu initiieren. Bei der Gründung dieser Non-Profit-Organisation sammelte ich Menschen um mich, um mit ihnen und dem Thüringer Finanzminister als Festredner im Jahr 2000 den Rotaract Club Suhl zu gründen. Diesen Rotaract Club aus der Taufe zu heben, ohne formale Macht, allein dadurch, dass man MitstreiterInnen „anzündet“... Viele der Erfahrungen, die ich damals gemacht habe, kann ich bis heute verwenden, um in Organisationen hinter die Fassade zu schauen: Was bleibt, wenn man die vorliegende Situation ohne formale Macht denkt? Dies führt häufig zu neuen Wegen.

Größere Zusammenhänge noch besser verstehen. Erleben, was möglich ist, wenn Menschen als Gemeinschaft agieren. Das Praktikumssemester stand an. Ich wollte ins Ausland, meine Perspektive weiten. Ein Anruf: „Herr Fuhrmann, wie sieht’s aus? Ab nächsten Monat Moskau?“ Extreme Flexibilität war gefordert. Ich war schon agil, da hat es noch keiner so genannt. Nächster Anruf: „Herr Fuhrmann, ich habe was für Sie! Tokyo, in 3 Wochen. Machen Sie mal einen Sprachkurs!“ Die 6 Monate Praktikum bei BOSCH Rexroth Japan waren unglaublich. Meine Lernkurve war fast senkrecht. Land, Leute, Gesellschaft, Kommunikation… unfassbar faszinierend und prägend.

Geschichten, die ich damals erlebt habe, erzähle ich heute als Beispiele in meinen Workshops. Sie zeigen einfach wunderbar plastisch, wie andere Kulturen andere Herangehensweisen an Fragestellungen haben. Und wie enorm wichtig das Einnehmen von fremden Perspektiven ist. Ich lade Sie ein, gehen Sie mit mir auf Entdeckertour. Es wird superspannend, versprochen!

Struktur im Pudding

Meine Diplomarbeit sollte nicht allein theoretisches Geplänkel sein. Mit Theorie im Hinterkopf praktischen Nutzen für einen Kunden generieren, das fand ich viel cooler. Diese Denkhaltung ist bei mir zentrales Element. Welche Antwort kann ich finden, dass einem Kunden Geld wert ist, da es sein Problem löst? Die von mir erstellte Marktanalyse wurde von BOSCH Rexroth Deutschland (neben anderen Unterlagen) herangezogen, um den Markteintritt bei kleinen Hydraulikeinheiten zu entscheiden.

Offenbar dachte nicht nur ich, dass BOSCH und ich gut zusammenpassen. Mein Einstieg als Einkäufer währte nur kurz. Wenige Monate später verantwortete ich als Lead Buyer den Einkauf eines kompletten Materialbereichs des BOSCH Rexroth Konzerns. Meine Erfahrungen in zwischenmenschlicher Kommunikation, meine Lust an komplexen Zusammenhängen, all das setzte ich um in der Gestaltung nachhaltiger und gesunder Lieferantenbeziehungen. Internationale Lieferketten, interkulturelle Sachverhalte über Kontinente hinweg, Risiken wie Liefer- oder Lieferantenausfall mussten bedacht und versorgt werden.

Aufgrund meiner Lust auf Lernen ließ ich mich nebenberuflich zum Projektmanager ausbilden und zertifizieren. BOSCH Erzeugnisse kommen aus einem internationalen Fertigungsverbund aus über 300 Standorten. In einem davon, Cambridge in England, gestaltete ich internationale Lieferketten zum britischen Großkunden neu. Ein umfangreiches Veränderungsprojekt. Kulturen, Menschen, ERP Systeme, Bürokratie, Gepflogenheiten, technische Abhängigkeiten – all das galt es Bosch-intern in verschiedenen internationalen Werken sowie auch extern in verschiedenen Kundenfabriken zu beachten. Ich mag Komplexität und kann mit Unsicherheit gut umgehen. Struktur in den Pudding bekommen und dabei Spaß an der Arbeit haben. Das ist genau meine Kragenweite. Mein Angebot: Lassen Sie uns gemeinsam auf ihre Situation schauen.

Wertschöpfung

Was mir leicht fällt und wofür mich andere bewundern ist meine Ruhe. Mein Lieblingsspruch: Panik tötet. Was ich meine, ist: Im Panikmodus können Menschen aufgrund der chemischen Reaktionen im Körper nur noch eingeschränkt überlegte Entscheidungen treffen. Ich kann in den hektischsten Situationen Ruhe bewahren und das auch ausstrahlen. Gerne zeige ich Ihnen meinen Weg dort hin.

Prinzipien

Verhältnisse beeinflussen Verhalten. Strukturen und Kulturmuster sind deshalb der Ausgangspunkt. Schwerpunkt sind die Rahmenbedingungen der Arbeit und nicht einzelne Menschen.

Klein und wendig ist erfolgreicher als groß und schwerfällig. Hin zu zeitnaher Wirkung und weg von großen Projekten. Es gibt Hebel, die schnell viel verändern können. Interventionen sind in ihrer Wirksamkeit verblüffend.

Die erste Frage ist: Ist es wirkungsvoll und nutzenstiftend für den Kunden? Etwas aus Gefälligkeit zu tun, darf nicht dominieren.

Die Wertschöpfung ist handlungsleitend für mich. Ich trete nicht an, um Unternehmen aufzuhübschen, sondern um sie wirtschaftlich erfolgreicher zu machen.